Mittwoch, 22. Juli 2020
Sizilien, über Marsala nach Erice und weiter bis Scopello
14. Juli Nach den schönen, entspannten Strandtagen wollten wir weiter Richtung Mazara del Vallo, Marsala, Trapani und Erice.
Marsala ist ja bekannt von dem gleichnamigen Likörwein. Dort angekommen sind wir natürlich gleich in eine Vinotheka gegangen und haben verschiedene Weine getestet und auch gleich mitgenommen.
In der Altstadt sehenswert sind der Dom und der Domplatz und ein paar Straßen drumherum. Für einen kurzen Zwischenstop mal ganz nett.
So gibt es auch kurz hinter Marsala ein Salinenmuseum mit einem schönen Cafe. Auch das ist für eine Pause sehr zu empfehlen.
In Trapani wollten wir nur übernachten. Es ist kein Ort, wo man unbedingt hinmuß. Auch der Stellplatz im Industriegebiet ist nicht gerade First Class, aber für eine Nacht ok. Die bieten vom Platz auch einen kostenlosen Shuttelservice nach Trapani an. Haben wir gemacht und hat auch geklappt.
Das eigentliche Ziel aber liegt oberhalb von Trapani. Es ist das kleine mittelalterliche Städtchen Erice, auf einem Berg gelegen. Dieser tolle Ort ist ein Muss auf jeder Sizilien- Rundreise.
15. Juli Am Morgen sind wir dann auch schon zeitig losgefahren. Wir wollten vermeiden, mit zu vielen Leuten zusammenzukommen und wollten auch einen vernünftigen Parkplatz bekommen. Wir wussten auch nicht was uns oben an Parkplätzen erwartet. Der Ort liegt immerhin auf 750 m Höhe und auch da muss man erst mal hochkommen. Das war aber gar kein Problem, wir waren quasi allein auf der Straße und konnten die Serpentinen in einem Zug hochschnurren. Oben waren jede Menge Parkplätze, die zogen sich die letzten mehrere hundert Meter an der Straße hoch. Kein Mensch und auch noch kein Auto in Sichtweite, also fährt man so hoch es eben geht an den Ort heran. In unserer Euphorie haben wir wohl ein kleines Schild mit einem Durchfahrtsverbot für Campingmobile übersehen. Darauf haben uns dann zwei Sanitäter hingewiesen, die an der Straße standen. Und, ist ja klar, dass wir uns in einer Einbahnstraße befanden. Also, Flucht nach vorne und der abknickenden Straße in den Ort folgen. Irgendwo wird es schon wieder raus gehen. Aber es kam wie es kommen musste. Nach weiteren 50 m war Ende Gelände, wir passten da nicht durch. Die Straße wurde so extrem eng und danach ging es gleich rechtwinklig um die Kurve. Das ging nicht, Scheibenkleister.
Also zurücksetzen und das die mehrere hundert Meter lange Straße runter. Oh ha, oh ha.
Zum Glück waren wir so früh dran, es war immer noch vor 8.00 Uhr, dass niemand außer uns hier rumkurvte. Wir mochten uns gar nicht ausmahlen, was für ein Chaos wir angerichtet hätten. Wir sind dann ganz ohne Gegenverkehr zurückgekommen und haben dann einen regelkonformen Parkplatz nehmen können.
Nach diesem frühen Schreck konnten wir unsere Besichtigungstour durch die mittelalterlichen Gassen starten.
Erice ist ein so beschaulicher Ort in so toller Lage auf dem Gipfelplateau eines Berges, dass findet man nicht so häufig. Wir haben uns einfach treiben lassen durch die engen Gassen hoch zum Normannenkastell. Und zu jeder Seite des Ortes hat man eine unglaublich schöne Weitsicht auf Trapani und das Meer und die umliegende Landschaft. In einer der Konditoreien haben wir dann zu unserem Latte von dem berühmten sizilianischen Marzipangebäck probiert. Sehr lecker fand ich, Biene war nur teilweise überzeugt. Ist natürlich nicht mit Lübecker Marzipan zu vergleichen. Hat aber auch was.
Und überhaupt, wer denn nicht mit dem Auto nach Erice hochfahren möchte, könnte von Drapani aus auch eine Seilbahn nehmen. Zur Zeit aber wegen der Pandemie gesperrt.
Das war aber auch nicht unser Ding und wir wollten eh gleich weiter Richtung San Vito lo Capo.
Nachdem wir die vielen Kehren von Erice wieder runtergezuckelt sind, ging's über die hügelige Küstenstraße nach San Vito lo Capo. Der Ort ist ein beliebter Urlaubsort der Italiener und liegt an einer tollen Bucht, mit schönem Sandstrand und türkisblauem Wasser. Bleiben wollten wir dort nicht, sondern nur mal schauen, wie es dort ist.
Nachdem wir einigermaßen fix einen Parkplatz gefunden haben und uns dem Strand näherten waren wir echt baff. Tausende von Italienern am und im Wasser und ein Sonnenschirmmeer wir in Rimini. Unglaublich voll. Zugegebenermaßen ist das eine schöne Bucht, eingerahmt von einem Bergmassiv und Hügeln, sehr reizvoll.
Aber gerade in Zeiten wie diese, war es uns hier viel zu voll und zu eng. Unser Ziel war eh der Ort Scopello mit der Hoffnung verbunden, dass es nicht so überlaufen ist. Schon die Straße von San Vito lo Capo nach Scopello war sehr reizvoll. Tolle Landschaften.
Scopello ist eine kleine Stadt und liegt so auf 150 m Höhe und der kleine alte Ortskern ist für den Durchgangsverkehr gesperrt. Es ist wirklich sehr beschaulich und gemütlich dort mit den alten Häusern, den etlichen Restaurants und Eiscafe's und den kleinen Läden.
Der Campingplatz liegt gerade mal 100 m vom Ort entfernt mit vielen Stellplätzen, von denen man weit aufs Meer und in die große Bucht des Golfo di Castellammare schauen kann. Ein traumhafter Ausblick und der Platz war nur wenig frequentiert. Genau so wollten wir es haben.
16. bis 18. Juli Zum Wasser musste man unterhalb von Scopello zu den Badebuchten runtersteigen. Zwischen Felsen und großen Steinen sind wir dann ins Wasser gegangen. Ein bisschen schwierig und aufwendig überhaupt dort hinzukommen, aber das Wasser war die Belohnung für den Aufwand. Türkisblau und supersauber und klar und das bei einer Wassertemperatur von 27 °. Und es waren nur wenige Leute dort. Supertoll.
Scopello liegt am Rande des Zingaro- Nationalparks und dort sind wir endlich mal wieder wandern gegangen. Erst hoch in die Berge und dann zu einer Grotte und verschiedenen kleinen Badebuchten. Immerhin waren wir gute 4,5 Stunden unterwegs, wobei ein kleines Bad im Meer dabei war.
Hat uns gut gefallen hier aber auch hier haben wir gemerkt, dass es immer voller wird. Die Italiener haben halt Ferienzeit und gerade im Ort und in den Restaurants zu den Essenszeiten war viel los. Auf dem Campingplatz überraschenderweise nicht, was wir natürlich als angenehm empfanden.

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